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Jugend und Leben

Viele Wege, eine Sprache zu lernen
Heute möchte ich über etwas schreiben, das streng genommen Jugendliche nicht betrifft; jedenfalls nicht mehr als andere Altersgruppen. Heute schreibe ich über Fremdsprachen und darüber, sich selbst welche anzueignen. Meine zweite Muttersprache ist Italienisch. Ich wurde zweisprachig erzogen und besuchte eine zweisprachige Grundschule. Auf diese Weise war es immer selbstverständlich für mich, mit zwei Sprachen gleichzeitig umzugehen. Ich schätze, den meisten von Euch geht es auch so. In der Schule lernte ich, neben Latein, das mich nie so richtig fasziniert hat, Französisch. Obwohl das Schulfranzösisch oft wirklich trocken ist und manchmal merkwürdig unterrichtet wird, begeisterte mich die Sprache. Auf diesem Weg lernte ich auch ein wenig das Land kennen – ich besuchte mehrmals Paris, wohnte bei echten Franzosen zu Hause, besuchte Nizza, campte an der atlantischen Küste – und stellte fest, dass ich ein großer Frankreich-Fan bin. Den Französisch-Unterricht habe ich inzwischen abgegeben; es war wirklich ein bisschen trocken gegen Ende, und für das Abitur hätte es mir eh nichts genützt. Aber die Begeisterung ist geblieben. Die Frage, die ich hier besprechen möchte, ist die: Wie bringt man es fertig, sich eine Sprache selbst beizubringen? Wie schwer oder wie leicht ist es, und was bringt es einem? Im Moment fahre ich gleich drei Schienen: Ich verbessere mein Englisch für meinen Leistungskurs, indem ich Filme und Serien auf Englisch schaue und ältere Freundschaften zu Engländern pflege. Französisch genauso. Und ich versuche gerade, Spanisch zu lernen, weil mich die Sprache fasziniert, sie klingt einfach toll. Und außerdem ist es mit Italienisch, Latein und Französisch verführerisch einfach zu verstehen. Es gibt viele Wege, eine Sprache zu lernen. Man kann einen VHS-Kurs machen, wenn man möchte – die sind nicht einmal sehr teuer. Auch im Internet gibt es solche Kurse, viele sind gar nicht mal schlecht; bei Youtube gibt es viel davon. Aber das Web ist voll von solchen Dingen. In Bibliotheken kann man sich Lehrbücher, Lehrvideos und Lehr-CDs ausleihen. In den Ferien kann man mal eine Jugendreise in das Land machen – da gibt es viele tolle und günstige Angebote, viele auch mit Sprachlernangeboten. Es gibt jedenfalls sehr viele Möglichkeiten. Wichtig ist, dass man begreift, dass Sprachen lernen nichts mit Schule oder Lehrern oder Hausaufgaben zu tun hat; man darf sich das erstens nicht von seinen Lehrern vermiesen lassen und zweitens macht eine Sprache nicht Spaß, wenn man sie nicht irgendwie spielerisch lernen kann; sich den Spaß zu verschaffen, darauf muss man selber achten. Man muss nur den Dreh herausbekommen, dann ist es einfach und macht Spaß. Und wenn einem etwas zu einfach wird, dann wagt man sich ganz automatisch an größere Themen heran, der Übergang ist flüssig. Und mal ehrlich: So bald wird niemand nachprüfen, wie gut Du eine Sprache sprichst, die Du Dir selbst beigebracht hast – wen stört es, wenn Du den Konjunktiv oder die Vergangenheit oder sonst etwas nicht richtig beherrscht? Das Wichtigste ist, dass es Spaß macht und man es gut in den Alltag einbauen kann. Es ist ein tolles Gefühl, zu merken, dass man Fortschritte gemacht hat. Es gibt einem neuen Schwung und man macht endlich etwas Neues. Man lernt eine neue Form der Kommunikation kennen und kann Dinge entdekken, die einem sonst verborgen geblieben wären – über ein Land, eine Sprache und auch sich selbst. Man entdeckt eine neue Welt. Ich kann jedem nur empfehlen, sich mal an eine neue Sprache heranzuwagen.
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01. February 2012Broadcast
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